Glück-Seligkeit. Theologische Rede vom Glück in einer bedrohten Welt

 Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie am 21.-23. Februar 2011 im Augustinerkloster  Erfurt

 

Pressetext als pdf

 

Bedford-Strohm: Das Glück des Christseins ausstrahlen

 

Erfurt. Zu einer „missionarischen Offensive ganz neuer Art“ hat der Bamberger Theologieprofessor Heinrich Bedford-Strohm aufgerufen: „Die Kirchen müssen mehr von dem Glück ausstrahlen, das mit den christlichen Grundorientierungen verbunden ist“, sagte Bedford-Strohm zum Auftakt der Jahrestagung der Gesellschaft für evangelische Theologie (get) in Erfurt am Montag. Eine neue missionarische Initiative müsste den Menschen heute deutlich machen, welche Freude es ist, Christin oder Christ zu sein.

 

Dabei forderte der get-Vorsitzende Bedford-Strohm Kirche und Theologie auch auf, angesichts fragwürdiger Glücksideale ihre öffentliche Stimme zu erheben: „Wir dürfen nicht stumm bleiben, wenn sich ein gesellschaftliches Klima ausbreitet, in dem persönlicher materieller Wohlstand, beruflicher Erfolg und private Harmonie zur zentralen Signatur dieses großen Begriffes des ‚Glücks’ werden“, sagte der langjährige Pfarrer. In christlicher Tradition und Bibel könnten wichtige Grundorientierungen für eine Suche nach Glück gefunden werden. „Christinnen und Christen sind sich darüber bewusst, wie sehr alles, was wir sind und haben, eine verdankte Existenz ist, deren Früchte daher billigerweise nicht nur uns selbst, sondern allen zugute kommen müssten.“

 

Mit dem Thema „Glückseligkeit“ werden sich die rund 130 in Erfurt zur get-Jahrestagung zusammengekommenen Theologinnen und Theologen noch bis Mittwoch auseinandersetzen. Dazu sind auch internationale Referenten angereist, etwa aus Brasilien, Südafrika und Hongkong. Die Gesellschaft für evangelische Theologie wurde 1940 im Umkreis der Bekennenden Kirche und damit des kirchlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus gegründet. Der Verein mit heute mehr als 400 Mitgliedern setzt sich für die Erneuerung von Theologie und Kirche aus dem Geist biblisch-reformatorischer Tradition und für eine lebendige Verbindung von Wissenschaft und Kirche ein.

 

 

 

 

Florian Höhne