Glück-Seligkeit. Theologische Rede vom Glück in einer bedrohten Welt

 Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie am 21.-23. Februar 2011 im Augustinerkloster  Erfurt

 

Wer eine Tagung zum Thema „Glück“ veranstaltet, muss sich jedenfalls um die Relevanz keine Sorgen machen. Glück ist ein Megathema. Das „glücklich sein“ gehört ohne Zweifel zu den aussichtsreichsten Kandidaten für den Titel des am meisten gesuchten Zieles in den meisten Gesellschaften unserer Zeit. Dass das nicht erst heute so ist, zeigt die Tatsache, dass der „pursuit of happiness“ es bis in die amerikanischen Verfassungstexte des 18. Jahrhunderts geschafft hat. Aber was ist eigentlich gemeint mit diesem „Glück“, dem alle hinterherjagen? Der Blick in Ratgeber, die etwa „10 Anleitungen zum Glücklichsein“ geben, reicht dazu sicher nicht aus.  Wer auch noch das Glück zu einem Produkt macht, das man entweder kaufen oder mit den entsprechenden Strategien erzeugen kann, wird es möglicherweise von vornherein verfehlen. Können wir überhaupt irgendetwas für unser Glück tun? Oder ist es etwas radikal Geschenktes? Und wie lässt sich das inhaltlich näher bestimmen, was mit diesem großen Wort gemeint ist? Könnte das Stichwort „Lebensfülle“ eine zu verfolgende Spur sein? Und wie kann überhaupt persönliches Glück erfahren werden, ohne die Augen vor den Abgründen des Leids in dieser Welt zu verschließen? Die Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie, zu der wir diesmal wieder ins Augustinerkloster nach Erfurt einladen, nimmt ein Thema auf, mit dem Manche nur das Private oder die moderne „Spaßgesellschaft“ verbinden. Wie wenig Glück auf ein solches Verständnis zu reduzieren ist, zeigt der zentrale Ort, der ihm in der Bibel zukommt. Die Seligpreisungen in der Bergpredigt Jesu können auch als „Glücklichpreisungen“ bezeichnet werden. Mit dem dort verwendeten griechischen Wort makarios eröffnet sich ein Bedeutungsfeld, dem wir mit der Tagung über „Glück-Seligkeit einer bedrohten Welt“ nachspüren wollen. Mitglieder der Gesellschaft für Evangelische Theologie und alle anderen, die an dem Thema interessiert sind, laden wir herzlich nach Erfurt ein!

 

Heinrich Bedford-Strohm