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Gesellschaft für Evangelische Theologie (GET)

 Tagungshinweis:

 

"Jesus Christus: Gottes Macht und Gottes Verwundbarkeit"

Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie

17.-19.2.2021 Bad Herrenalb

 

Gottes Macht und Gottes Verwundbarkeit“ sind die theologischen Eckpunkte für eine Auseinandersetzung mit einer neuen Sicht auf die Liebe Christi zur Welt. Die Gesellschaft für Evangelische Theologie verknüpft ihre nächste Tagung damit mit Thema und Ereignis der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die im Herbst 2021 unter dem Motto „Liebe Christi zur Welt“ in Karlsruhe stattfinden wird. 

Das Spannungsfeld von Macht und Verwundbarkeit hat seine Relevanz und Resonanz in gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskursen, denen wir auf die Spur gehen wollen. Antisemitismus, sexualisierte Gewalt und Populismus zeugen von der Verwundbarkeit, wo Macht missbraucht wird. Die Macht der demonstrierenden jungen Menschen auf den Straßen zeugen von einem wachsenden Bewusstsein für die ökologische Verwundbarkeit.

Der theologische Vulnerabilitätsdiskurs in seinen anthropologischen, theologischen und christologischen Dimensionen ist geeignet dazu, die gegenwärtigen gesellschaftlichen Themen aus theologischer Sicht in den Blick zu nehmen.

Für die Gotteslehre ist damit die Frage nach der Affizierbarkeit Gottes gestellt, die sich biblisch unter anderem in Gottes Reue zeigt. Hier sind vor allem die alttestamentlichen Bezüge von Interesse. Im Blick auf das Neue Testament erschließt sich die Verwundbarkeit Christi, die komplementär zur Macht Gottes zu verstehen ist. Zugleich geht es um den Blick auf die Heilungs- und Wundertraditionen des Neuen Testaments, die die menschliche Verwundbarkeit thematisieren. Systematisch-theologisch lassen sich Eckpunkte einer Theologie der Vulnerabilität skizzieren, die die Verwundbarkeit Gottes und die Vulnerabilität des Menschen in einem differenzierten Konzept entfalten. Neben den gesamtgesellschaftliche Resonanzfeldern kommt der Gerontologie ein besonderes Augenmerk zu, ist es doch die Lebensphase des hohen Alters, in der Verletzlichkeit und Reife besonders deutlich zutage treten.

Neben dem landeskirchlichen Abend mit Blick auf die Vollversammlung runden ein liturgischer Abend zu Macht und Verwundbarkeit und ein Gottesdienst die Tagung ab.

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Zum Thema:

"Europäische Kontexte von Versöhnung"

 

soll vom 26. bis 29. Oktober 2020 die nächste Zwischentagung der GET in

Kreisau (Polen) stattfinden!

 

Abstract Kreisau get.pdf
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Jahrestagung 04.03. - 06.03.2019, Leipzig

 

  

„In der Kraft des Geistes“? – Kirche in gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen

Wo stehen wir in und mit der evangelischen Kirche heute, 30 Jahre nach der „friedlichen Revolution“ in Ostdeutschland? Diese Frage wird im Zentrum dieser Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie stehen, die nicht zufällig in Leipzig stattfinden wird. Damit wird ein Wunsch der Teilnehmenden der Tagung 2017 aufgenommen, ausgehend von einer Analyse der gegenwärtigen Situation der Kirche Visionen zu entwickeln für die Kirche von morgen. Der konkrete Ort Leipzig wird nicht nur durch Bezugnahme auf die ostdeutsche Geschichte und Gegenwart, sondern auch durch Kurzexkursionen am Dienstagnachmittag besondere Berücksichtigung finden. Mit dem Religionssoziologen Gert Pickel, Marie Anne Subklew, Claudia Janssen, Andreas Pangritz und Michael Welker, einem Gesprächsabend über das Bußwort der Mitteldeutschen Kirche, einem Abend mit der Landeskirche und Workshops.


Tagungsflyer

 

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Jahrestagung 27.02 - 01.03 2017, Erfurt

  

  

Komm, sei unser Gast. Gastlichkeit als Herausforderung für Theologie, Kirche und Gesellschaft

Bei der Gastfreundschaft geht es um die zeitweise Aufnahme von vormals Fremden in einem Prozess, der durch tradierte Regeln, die Rechte und Pflichten von Gastgeber und Gästen festlegen, organisiert wird. Es geht in ihr um das zweitweise Zusammenleben in wechselseitiger Verantwortung. Die Fragen nach der Gastlichkeit haben in den letzten Jahren durch dramatische Migrationsbewegungen ganz neues Gewicht bekommen. Inzwischen ist die öffentliche Rede von einer Willkommenskultur, die den Herbst 2015 bestimmte, fast verstummt. Längst ist von überforderten und erschöpften Gastgebern die Rede, von Grenzen oder Missbrauch der Gastfreundschaft. Furcht und Ressentiments beherrschen wieder das Feld. Manchen gilt die Rede von Gastfreundschaft nur noch als Gutmenschengebabbel. Doch scheint gegenwärtig für Europa die Wiedergewinnung einer Freiheit der Gastlichkeit eine zentrale Frage zu sein. Deshalb widmet die GET im Jubiläumsjahr der Reformation diesem Thema ihre Tagung.

Das Thema Gastlichkeit findet in Bibel und Theologie eine reiche Tradition. In Bibel und Alter Kirche war die Philoxenia, die unbedingte Gastfreundschaft, ein hohes Ideal und zugleich praktische Notwendigkeit angesichts der Verkehrsbedingungen der Antike. Gastfreundschaft ist jedoch nicht nur ethische Verpflichtung und pastorale Praxis, sondern berührt vielfach die Gottesbeziehung und ist Lebensgrund der Kirche in der Nachfolge Jesu. Denn sie verdankt sich der Gastlichkeit Gottes, die in der Schöpfung, in den Formen der Gottesbegegnung und im letzten Gastmahl Jesu erlebbar wird. Und nicht zuletzt werden Fülle und eschatologisches Heil in biblischen Bildern vom großen Gastmahl ansichtig. Kirche lebt aus der Gastlichkeit Gottes und kann gastlich sein, sofern sie nicht vergisst, dass sie selber Gast ist.

Weitere Informationen:

 
Tagungsflyer

J. Moltmann: Die unvollendete Reformation, Vortrag Erfurt 2017

 


Zwischentagung

 

 

Religion, Kirche und Zivilgesellschaft

 GET-Workshop in Berekfürdő und Debrecen /Ungarn, 3−6.10.2016

Exposé

Religion und moralische Werte sind wieder was: Seit der politischen Wende von 1989/1990 in Mittelosteuropa sind sie wieder relevant geworden für die Gestaltung politischer Ordnungen in Europa. Das gilt im Allgemeinen für die europäischen Gesellschaften des 20. bis 21. Jahrhunderts, und das gilt insbesondere für die Gesellschaften im Übergang von einer autoritären zu einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Es wird gerungen um den neuen Stellenwert von Religion und weltanschaulichen Gemeinschaftsidealen. Die Atmosphäre ist dabei geprägt von religiöser Pluralisierung und ethischer Polarisierung sowie einer Säkularisierungsbewegung und dem verstärkten Ruf nach der formalen Trennung von Staat und Kirche. In all diesen Dynamiken kommt es fortschreitend zu Segmentierungen in den Gesellschaften. Religion(en) sind nun interessanterweise an diesen gesellschaftlichen Segmentierungsprozessen nicht wegen ihrer eigenen inneren Pluralisierung beteiligt, etwa wegen ihrer Differenzierung nach konfessionellen, dogmatischen oder liturgischen Schwerpunkten unterschiedlicher Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die gesellschaftliche Segmentierung bildet sich vielmehr im Ringen um Fragen eines gelingenden Lebens der Einzelnen und damit verbunden im Ringen um die Legitimität und Durchsetzungskraft politischer Akteure. So melden nämlich politische Organisationen den Anspruch auf ein verbindliches, integrierendes „soziales Ethos“ an, mit Aspekten wie nationale Würde, Kontinuität mit einer Geschichte christlicher Prägung oder individuelles und kollektives Selbstbestimmungsrecht gegen globalisierte Wirtschaftsinteressen - ein Anspruch, von dem sich die Kirchen durchaus angesprochen fühlen können. Damit allerdings entsteht auch die Versuchung, dass sie sich im neuen Ruf nach Religion als privilegierte Verbündete der politischen Kräfte in einer Rolle wiederfinden, in der sie ungewollt und unreflektiert zu Produzenten einer Zivilreligion und Agenten eines Moralismus für Machtinteressen werden. Die Tagung will diese Versuchung vor allem in Bezug auf die evangelischen Kirchen in Mittelosteuropa ins Auge fassen, dafür freilich auch Erfahrungen aus katholischer Sicht reflektieren.

Ziel der Tagung ist es somit, diesen Prozess kritisch-theologisch zu untersuchen, die Chancen und Grenzen der Zivilgesellschaft in Mittelosteuropa zu analysieren sowie das Verhältnis von Theologie und Zivilreligion zu klären. In einer ökumenisch zusammengesetzten Diskussionsgruppe sollen mögliche neue Perspektiven der (evangelischen) Theologie auf die Zivilgesellschaft (z.B. die einer Theologie für die Diaspora, für Diakonie und für die öffentliche Meinungsbildung) reflektiert und auf ihre ekklesiale Relevanz hin geprüft werden.

Dafür wird das Problemfeld zunächst im kritischen Blick eines nicht-kirchlichen Beobachters, nämlich des namhaften ungarischen Schriftstellers Péter Nádas erschlossen werden, bevor Vertreter unterschiedlicher kirchlicher Traditionen aus verschiedenen mittelosteuropäischen Ländern mit kurzen Statements in jeweils ihre kontextuelle Situation einführen. Die weitere Tagung unterteilt sich in die Themenblöcke „Analyse“, „Besondere Herausforderungen“ – hier wird die Flüchtlings“krise“ angesprochen – und „Konsequenzen für die Ekklesiologie“. Als Referierende und Mitdiskutierende haben zugesagt: Prof. Dr. Ulrike Link-Wieczorek, Universität Oldenburg (ev.-un.); Prof. Dr. Jakub Slawik, Christlich-Theologische Akademie Warschau (ev.-luth.), Dr. Sarolta Püsök, Reformierte Fakultät der Universität Cluj-Napoca; Dr. Tim Noble, Karls-Universität Prag (röm.-kath.); Prof. Dr. Stefan Tobler, Universität Sibiu (ev.-ref.); Prof. Dr. Elzbieta Adamiak, Universität Poznan / z.Zt. Universität Koblenz-Landau (röm.-kath); Prof. Dr. Sándor Fazakas, Universität Debrecen (ev.-ref.), Prof. Dr. Karlheinz Ruhstorfer, Universität Dresden, Vorsitzender der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie (röm-kath.); Mag. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, Wien; Prof. Dr. Miriam Rose, Universität Jena, Mitglied der Regionalgruppe Südmittelosteuropa der GEKE (ev.-luth.), Prof. Dr. Michael Welker, Universität Heidelberg (ev.-ref.).

Die Tagung wird im „Haus der Versöhnung“ in Berekfürdő, einem Konferenzzentrum der Ev. Reformierten Landeskirche zu Debrecen (http://www.travelporthotels.hu/de/szallas/berekfurdo/megbekeles-haus-reformierten-konferenz-zentrum), stattfinden. Am Dienstag-Nachmittag ist eine Busfahrt nach Debrecen mit dem Besuch der dortigen Fakultät sowie einem kirchlichen diakonischen Projekt vorgesehen. Hier werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung vom Rektor der Reformierten Theologischen Universität Prof. Dr. Gustáv Bölcskei begrüßt und am Abend vom Bischof der Reformierten Kirche in Ungarn/Kirchenkreis Jenseits der Theiß, Dr. Károly Fekete, empfangen werden.

Von Flughafen Budapest (BUD Terminal 2 A und B) Taxi oder Linienbus nehmen bis BUD Terminal 1 Bahnstation). Von Bahnstation Budapest Ferihegy Flughafen (Richtung Debrecen) den Zug nehmen bis Karcag. Alle zwei Stunden z.B.  12,48; 14,48; 16,48 geht ein RE Zug ohne Umsteigen. Reisezeit 1:52 Min.   Verbindungen suchen mit Hilfe von http://elvira.mav-start.hu/

Vom Bahnhof Karcag wird ein Abholdienst vom Haus der Versöhnung Berekfürdő aus (10min) organisiert, wenn die genaue Ankunftszeit in Karcag angegeben wird. Auch für die Rückreise steht ein Shuttle zur Verfügung.

Mit PKW: am besten mit GPS oder Google-Map drucken.

Anschrift:  5309 Berekfürdő, Berek tér 19, (Megbékélés Háza/Haus der Versöhnung)

Siehe: http://megbekeleshaza.reformatus.hu/kapcsolat

Telefon:  +36 59 319 011, +36 59 319 315

 
Tagungsflyer
 
Bericht Ungarntagung

  


 

 Jahrestagung 16.-18. Februar 2015, Berlin

 

 

"Verstrickt in Schuld, gefangen von Scham?
Neue Perspektiven auf Sünde, Erlösung und Versöhnung"

Während die Rede von Schuld und Sünde in unserer individuellen Erfahrungswelt nicht selten verdrängt oder trivialisiert wird, ist das Thema in öffentlichen Debatten sehr präsent - seien es schuldhafte Verstrickung staatlicher und kirchlicher Einrichtungen oder Missbrauchsfälle; seien es Fälle von Selbstbegünstigung von Personen in öffentlichen Funktionen oder auch die schwierigen Prozesse der Vergangenheits-bearbeitung. In den letzten Jahren ist zunehmend sichtbar geworden, wie stark in den Aufarbeitungsprozessen das Thema Scham in seinen unterschiedlichen Facetten eine zentrale Rolle spielt. Schamgefühle gehören vermutlich zu den gegenwärtig am stärksten tabuisierten Emotionen. Und doch spielen sie bei Opfern und Tätern in Schuldverstrickungen wie in Versöhnungsprozessen eine zentrale Rolle, die leicht übersehen wird. In den letzten Jahren hat sich die Theologie dem Thema Scham mit neuem Interesse zugewendet.

Deshalb lädt die Tagung der Gesellschaft für Evangelische Theologie alle Interessierten ein, sich mit dem Thema Scham im Zusammenhang der klassischen theologischen Rede von Schuld und Sünde, Versöhnung und Erlösung neu zu beschäftigten. Welche Rolle spielt in unserem Erfahrungskontext das Phänomen der Scham? Und geht es hier nicht um eine wichtige Facette, die in unseren traditionellen Entwürfen zur Lehre von Schuld und Versöhnung zu Unrecht marginalisiert wird?

Vor diesem Hintergrund will die Tagung sowohl politische als auch gesellschaftliche und mediale Debatten um Schuld und Scham mindestens indirekt aufnehmen und in eine konzentriert theologische Reflexion führen.


Programm_2015

Tagungsflyer